Dienstag, November 07, 2006

Großes Theater in/an/auf der Schaubühne

Hey,
Gestern war ich mit Davina und einem ihrer Englischkurse im Theater, ne, in der Schaubühne. "Maria Stuart" von Schiller sollte da auf die Bühne gebracht werden. Meine leise Angst war, dass es - wie all die miesen Stücke, die wir in/ mit der Schule sehen mussten - so eine moderne Aufführung mit zwei bis drei Schauspielern und zwei Requisiten wird. War es aber nicht.
Es war viel schlimmer! Mehr als drei Schauspieler, sicher, aber wahrlich nur zwei Requisiten.
So, nu mal Butter (oder wie ich zu sagen pflege, Futter) bei die Fische.
Da Stück beginnt, auf der Bühne sind zu sehen: in der Mitte ein Stuhl mit ner kauernden Frau, die Klamotte beschreib ich jetzt besser nicht, links ein Typ im Rollstuhl (!) sitzend und dahinter ein Mann, und im rechten Bereich der Bühne rasen ein Mann und eine Frau rum und dann vergewaltigt er eben diese Frau. ganz großes Kino, äh, nee, Theater.
So ging es dann auch weiter. Ziemlich viel - in meinen Augen unnütze - Gewalt; die Sprache war sehr jugendlich und das trifft es auch nicht wirklich. Zum Teil war es so extrem, kein erwachsener Mensch spricht auf die dargestellte Weise; maximal 14 Jahre alte, extrem pubertierende, aber auch diese sprechen nicht durchgehend so ...
Ja, es wurde auf die Bühne gepinkelt, es gab den Arsch der "Amme der Maria Stuart" zu sehen. Bei der Frau, die zu Beginn vergewaltigt wurde, habe ich mich bis zur Pause gefragt, wer das ist. In der Pause kam die Aufklärung durch eine Kommilitonin, die sich entrüstete, dass die Amme gar keinen Text hat, obwohl es in der Schiller Fassung vorgesehen ist. Jutti, wo war ich? Die Amme.... die endlische Königin hat auf der Bühne mal einen Kostümwechsel vorgenommen. Klasse, die Schauspielerin nur in Unterhose und Strumpfhose... ich weiß wie Brüste aussehen und um Davina zu zitieren: "Ich geh doch nicht ins Theater, um mir sehr kleine Titten anzusehen!" Immerhin hat der dicke Mann, der alleine auf dem rechten Flügel der Zuschauertribüne saß, dafür seinen Schlaf beendet und das Operglas vorgeholt...
Kurzum: Es war definitiv nicht Theater nach meinem Geschmack. Nach dem vieler anderer auch nicht. Wir sind dann in der Pause gegangen und haben noch eine Weile - bis 12 Uhr - im Kant Cafe verweilt. Musste vom Alex den Nachtbus nach Hause nehmen, weil die U5 um kurz vor 1 Uhr schon nicht mehr gefahren ist... grandios.
So, die um eine Erfahrung reichere Mandy beendet hiermit den Post!
Halt: heute hat Markus Geburtstag, das will ich doch noch erwähnt haben!

1 Kommentar:

Charlene hat gesagt…

Ahoi! Ja, ich kenne das. ich erinnere mich nur an eine angeblich grandiose Faust-Aufführung in Hamburg. Gretchen kam dreimal vor!
Viel wichtiger ist aber: Es kommt ein neuer Mythenmetz-Roman raus und man kann ihn schon bei Amazon vorbestellen!
Bis bald...